Eingestellt im August 2011

25 JAHRE AMERICANA

Die AMERICANA feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum, und in all diesen Jahren ist sie einzigartig geblieben. Nach wie vor nimmt die Kombination aus Messe, Show und Turnier einen Sonderstatus ein. Große Turniere gibt es viele, doch die AMERICANA ist und bleibt die größte Messe rund um den Westernsport und Western Lifestyle – eine immer noch einmalige Kombination aus Spitzensport, Schauprogramm und Ausstellung. Mit über 200 Ausstellern und regelmäßig um die 50 000 Besucher setzt dieses Event Maßstäbe, die selbst im Mutterland des Westernreitsports ihresgleichen suchen. Nicht zuletzt durch ihre Lage in der Stadt Augsburg und damit in unmittelbarer Nähe von München ist die AMERICANA aber vor allem eines: die beste Werbung für den Westernreitsport und das American Quarter Horse, die sich denken lässt.

 

Die Anfänge der AMERICANA gehen auf das Jahr 1979 zurück, als der westernbegeisterte Unternehmer Horst Geier aus Schwanewede und Michael Schaufele die Idee einer rasseoffenen Europameisterschaft im Westernreiten in die Tat umsetzten. Die erste EM fand in der Aachener Soers statt. Knapp 200 Pferde und beachtliche 4000 Zuschauer kamen hier zusammen. Trotzdem wurde in der Folgezeit klar, dass der Austragungsort Aachen für ein Event dieser Größenordnung bald an seine Grenzen stoßen würde. So sah sich Horst Geier nach einem anderen Ort um und wurde im Süden fündig.

 

Die erste echte AMERICANA (der Name geht auf einen Vorschlag von Hardy Oelke zurück) fand 1986 auf dem Olympiareitgelände in München-Riem statt. Fast 26.000 Zuschauer kamen; die Zufahrtstraße war an allen Tagen restlos verstopft. Doch so groß der Erfolg auch beim Publikum war, finanziell kam die Veranstaltung nur mit einem ganz knappen Plus davon. Ein Wechsel in die Olympia-Halle mitten in München zwei Jahre später bestätigte, dass die Veranstaltung von Konzept und Lage her auf dem richtigen Weg war. Doch auch die Olympia-Halle bot langfristig keine Perspektive, da die für ein Turnier dieser Größenordnung notwendige Infrastruktur große Schwierigkeiten aufwarf.  Eines war jedoch sicher: das bayerische Publikum liebte die AMERICANA auf Anhieb. Mit 7.500 Zuschauern war die Halle bei der Abendshow restlos ausverkauft. Erstmals gab es auch eine Bronze Trophy Reining im Rahmen der Americana, bei der für damalige Verhältnisse sagenhafte DM 12.000 added in der Open ausgeschüttet wurden. Die Veranstaltung brachte das Westernreiten in ganz Europa einen gewaltigen Schritt nach vorne. Nicht von ungefähr kommt es, dass alle Verbände ab dem Jahr 1988 von einem Boom in der Mitgliederentwicklung berichten.

 

1990 zog die AMERICANA in das neue Messegelände Augsburg und übertraf mit 28.000 Besuchern schon beim ersten Mal alle Erwartungen. 1991 übernahm die „AFAG. Messe- und Ausstellungsgesellschaft“, einer der größten privaten Messeveranstalter Deutschlands mit Hauptsitz in Wendelstein bei Nürnberg, die Veranstaltungen der Ausstellungsgesellschaft Augsburg und damit auch die Americana. In der Folgezeit ging es sportlich und besuchermäßig ständig bergauf. Einen ersten neuen Meilenstein setzte die Americana 1994. Über 40.000 Besucher kamen, rund 35 Prozent mehr Ausstellungsfläche wurde verkauft. Auch sportlich setzte die Americana `94 neue Maßstäbe. Nie zuvor kämpften so viele gute Pferde und Top-Reitern aus 15 Nationen auf dem Kontinent - rund fünf Prozent aller Teilnehmer kamen dabei aus den USA. Erstmals brachten Amerikaner für das Turnier ihre Pferde ausschließlich zum Showen. Für Jody Brainard und Craig Schmersal ging es damals um den  NRHA World Champion Titel, den sich Craig Schmersal mit Cee Blair Sailor durch seinen Sieg in der Open Bronze Trophy sicherte.

 

Im Laufe der folgenden Jahre wurde die AMERICANA ständig durch weitere Highlights ergänzt. 1988 kam das Western Forum hinzu, das vom Publikum auf Anhieb mit großer Begeisterung angenommen wurde. Auch der Unterhaltungssektor wurde weiter ausgebaut:   die Westerntown und der Red Grizzly wurden zu beliebten und unverzichtbaren Teilen der AMERICANA. Im Jahr 2000 kam die ERCHA Reined Cowhorse Futurity hinzu, die seitdem fester und sehr beliebter Bestandteil des AMERICANA Turnierprogramms ist. Bei den Besuchern wurde die magische Zahl von 50.000 erreicht und ein Preisgeld von fast 300.000 DM ausgezahlt.

 

Neben der offiziellen Europameisterschaft der European Cutting Horse Association sowie der European Reined Cow Horse Association und der NRHA Lawson Bronze Trophy setzte sich die Americana aber auch für den Ausbau der anderen offenen Klassen erfolgreich ein. Das Masters Pleasure und Trail kamen 2004 hinzu. Auch medienmäßig fand die AMERICANA 2004 enormen Anklang. Fast 120 Journalisten, darunter auch die Fachpresse aus den USA, Italien und Ungarn, kamen nach Augsburg, um über die Americana zu berichten. Erstmals wurden die Wettbewerbe der Americana live im Internet übertragen. Dies nutzten viele Daheimgebliebene: Die Live-Übertragung verzeichnete rund 35.000 Clicks. Neben den Vertretern sämtlicher deutschen Verbände waren die Präsidenten und Vizepräsidenten der großen internationalen Verbände vor Ort, darunter NRHA Vize-Präsident Kim Sloane, ERCHA-Präsident Leonardo Arcese und APHA Präsident Carl Parker und Executive Director Lex Smirthwaite.

 

In diesem Jahr wird erstmals und einmalig die AMERICANA bereits ein Jahr nach der vorhergehenden stattfinden. Der Grund: um künftig Überschneidungen mit den großen FEI Shows zu vermeiden, war es nötig, in die ungeraden Jahre zu wechseln. Der Zwei-Jahres-Zyklus als solcher bleibt erhalten, so dass die nächste AMERICANA erst 2013 sein wird.

Das Programm ist im Laufe der Zeit ebenso gewachsen wie die Aussteller- und Besucherzahlen. Geblieben ist die Faszination AMERICANA. Wo sonst bietet sich die Gelegenheit, so viele verschiedene Aussteller und ein so buntes Programm allein rund um den Westernreitsport zu sehen? Auch das Schauprogramm fand im vergangenen Jahr zum alten Glanz mit neuen, überaus attraktiven Schaunummern. Auch für das Jubiläumsjahr verspricht ‚Mister AMERICANA’ Horst Geier wieder Schaunummern, die bisher noch nicht zu sehen waren.

Mit ihrer Mischung aus Messe, Schauprogramm und nicht zuletzt großartigem Sport hat die AMERICANA in ihrem 25-jährigen Bestehen viel zur Förderung des Westernreitsports beigetragen. Das gilt insbesondere für die Disziplin Reining. Auch wenn die AMERICANA Lawson Bronze Trophy nicht mehr den Ausschlag über den World Champion gibt, ist sie mit $ 40.000 added nach wie vor eine der höchstdotierten ihrer Art. Generell ist die AMERICANA wohl die älteste NRHA approved Show in Europa. Viele berühmte US-Trainer haben hier ihr Können gezeigt, und für etliche heute berühmte deutsche Reiner war dieses Event der große erste Meilenstein. In diesem Sinne: Danke, AMERICANA!