Eingestellt im August 2009

Breed Type - Jim Heird

Halter Classes - Rule 448 (b): „Der Zweck der Klasse ist, den Typ des American Quarter Horses zu erhalten, indem wohlerzogene Tiere nach ihrer Übereinstimmung mit dem Zuchtideal ausgewählt werden und nach der besten Kombination von Balance, struktureller Korrektheit und Bewegung, mit passenden Rasse- und Geschlechts-Charakteristika und adequater Bemuskelung.”

(2009 AQHA Official Handbook of Rules and Regulations)

Die AQHA veröffentlichte unlängst einen Artikel von Judge Dr Jim Heird über die Bedeutung des Typs in einem Zuchttier. Hier die Übersetzung:

Wenn wir von „Type“ sprechen, meinen wir jene Charakteristika welche das American Quarter Horse von jeder anderen Rasse unterscheiden. Wenn man den „Type“ oder „Rasse-Charakter” bewertet, bewertet man die Eigenschaften eines Pferdes, die es für seine Rasse typisch machen.

Wenn Sie planen, Ihr Pferd in Breed-Klasses zu showen, dann hilft es, zu wissen, welche Charakteristika überwiegend bei den Siegern gefunden werden. Die DVD von der AQHA, „Form to Function – The Importance of Horse Conformation”, zeigt nicht nur auf, was am meisten bei den Siegern gesehen wird, sondern auch das Warum.

Es sind die Charakteristika, die jeder als zu einem Quarter Horse gehörig erkennt. Die Muskeln, die ausgeprägte Ganasche, die Knochen, die athletischen Fähigkeiten. Das sind die Eigenschaften, welche die Rasse kennzeichnen.

Ich halte es für besonders wichtig für heutige Besitzer von Quarter Horses, auf den Typ zu achten, wenn sie das Exterieur eines Pferdes bewerten. Weil unsere Rasse so vielseitig eingesetzt wird, kann es manchmal schwierig sein, zu wissen, wie genau ein Quarter Horse aussehen sollte – vergleichen Sie einen Hunter-type mit einem Cutting Horse oder einem Reining Horse. Unsere Conformation Class (Halter Class) ist es, die den Rassetyp erhalten soll.

Rasse- und Geschlechtstyp können aber schwer zu definieren sein. Es ist leicht, zu sagen: Dieses Pferd steht korrekt, oder das ist krumm, aber es ist schwierig zu definieren, was Rassetype und Qualität sind.

Köpfe stehen im Verhältnis zum ganzen Pferd. Der Kopf ist auch nur ein langer Knochen, wie der Röhrenknochen. Man kann nicht ein Pferd von 1,43 m ansehen und automatisch sagen, dass es einen kleinen, hübschen Kopf hat im Vergleich zu einem Pferd von 1,68 m. Es kommt darauf an, wie Augen und Ohren placiert sind, wie sie geformt sind, auf die Größe der Nüstern usw., was alles auch ein kleines Pferd hässlich machen kann.

Viele Eigenschaften, die wir als Fehler bei einem Pferdekopf ansehen, sind nicht wirklich genetische Defekte. Obwohl viel von dem, was wir als fehlerhaft betrachten, darauf basiert, was dem menschlichen Auge gefällt, gibt es doch Fehler, die völlig unabhängig von ästhetischen Gründen als solche gelten müssen. Eigenschaften wie Über- oder Unterbiss oder enge Nüstern haben direkte Auswirkungen, die ein Leben dieses Pferdes im Wildzustand beeinträchtigen würden.

Ich denke nicht, dass es Horsemanship ist und viel Umgang mit Pferden, was bestimmt, ob wir ein Pferd als gutaussehend empfinden oder nicht. Es ist, was deine Augen deinem Herz und deinem Gehirn sagen. Deinem Gehirn wird es viel leichter fallen, Gebäudefehler zu entdecken, wenn du die AQHA DVD „Form to Function“ angeschaut hast. Besorge dir eine noch heute, um zu verstehen, wie Zuchtauswahl die Conformation eines Pferdes beeinflussen kann und seine künftige Verwendbarkeit.

Es ist auch schwierig, den Geschlechtstyp in einem Pferd zu definieren. Wenn man den Geschlechtstyp bewerten will, muss man verstehen, dass es um Femininität und Maskulinität geht. Man erkennt es, wenn man es sieht; es muss nicht definiert werden. Man sieht sich ein Pferd an und fragt sich: Erscheint mir diese Stute schön? Ist sie attraktiv? Kommt mir dieser Hengst maskulin vor?

Wallache in Ihrem Zuchtprogramm hingegen sollen Rassetyp, nicht Geschlechtstyp zeigen.


Kommentare zu diesem Artikel auf der Website der AQHA:

Joe Cunningham:

Ich finde, dass die Halter-Sieger von heute, die angeblich die korrektesten Typen darstellen, wenig oder gar keine Ähnlichkeit haben mit dem Original-Quarter Horse-Typ.

Ed Lawrence:

Ich denke, dass das heutige Halter Horse perfekt ist für seinen Zweck und dass es in der Tat den Quarter Horse-Typ verkörpert. Das Quarter Horse, das für die Halter-Klasse trainiert und darin geshowt wird, ist dafür nicht weniger geeignet als ein zu kleines Cutting Horse für Cutting oder ein langbeiniges und grelläugiges Rennpferd für die Rennbahn. Verschiedenes Training für unterschiedliche Disziplinen, aber das gleiche Pferd! Ich denke, was der Autor sagen will ist, dass „Typ“ diese disziplin-specifischen Variationen überlagert.


Troy Owen:

Ich meine, das American Quarter Horse wurde für den Gebrauch gezüchtet , für die Arbeit, für Leistung, für Geist, Körper und Seele. Die Conformation von heutigen Halter Horses ist hinderlich bei der Arbeit, um Leistung zu bringen. Wenn sie für Halter gezüchtet werden, fein. Ich wünschte nur, dass die AQHA das Halter Horse nicht als Zuchtziel betrachten würde, denn wenn das der Fall wäre, würden wir alle unsere Pferde dementsprechend züchten, und es ist offensichtlich, dass wir das nicht tun.

Norm Lutter:

Ich stimme mit den Aussagen des Autors überein, aber eins scheint zu fehlen, und das ist ein gutes Mind (Wesen, Charakter), das man braucht, zusammen mit den anderen Attributen, die er erwähnt. Ein Pferd mit gutem Mind hat nicht die angezüchteten Phobien, die heute zu viele Quarter Horses zu haben scheinen.

Die Eigenschaften müssen ausbalanciert sein. Beispiel: Die Nachzucht von King P-234 war nicht immer schwerbemuskelt, doch sie waren sehr athletisch und hatten gewöhnlich ein Herz und eine Seele, die nicht aufgaben, große Augen, und sie waren gut ausbalanciert für ihre Größe.

Alice Meronek:

Ich finde, ein Halter Horse sollte eine Conformation wie ein Gebrauchspferd haben. Das unreitbare Halter-Pferd ist ein Übel. Wenn man einen schweren Zugpferdetyp haben will, sollte er trotzdem ein gutes Mind haben, damit man ihn reiten kann. Kaltblüter können geritten und gefahren werden. Und die Vorstellung, dass alle Vollblüter dünne Spinner sind, ist falsch. Sprinter-Vollblüter sind kompakte Typen. Viele Vollblüter geben Kinderreitpferde ab. Die meisten Racing Horses, die man im Fernsehen sieht, sind zwei- und dreijährige Hengste. Natürlich benehmen sich die etwas hengstig. Erhaltet Quarter Horses bitte als Reitpferde, nicht als „Halter-Weideornamente“.

Hardy Oelke:

Erstens kann man gar nicht von einem bestimmten Typ sprechen, der heute in den Halter-Klassen gewinnt. Es gibt immer noch solche Sieger, die dem Vorurteil „Halter-Schwein“ gerecht werden, und es kann Sieger im Hunter Type geben, die kaum noch wie ein Quarter Horse aussehen – wenn der Richter da gerade seine Vorliebe hat.

Die Halter-Klasse könnte den im Artikel angesprochenen Zweck erfüllen, den Rassetyp zu erhalten, würde ein einheitlicher Typ – der eigentliche Quarter-Typ – hoch bewertet. Doch auch dann wäre das nur möglich, wenn Halter-Pferde auch Performance-Klassen gehen müssten, wie das bei den Foundation Quarter Horse Shows gefordert ist. Die richtigste Bewertung in den Halter-Klassen nützt der Erhaltung des Quarter Horses nicht, wenn die Halter-Zucht eine in sich abgeschlossene Welt darstellt, weil Reiter von Disziplinen, wie sie Quarter Horse-typisch sind – Cutting, Reining, Racing – die Finger von Pferden lassen, die Halter-Linien im Pedigree aufweisen.

Der Artikel von Dr Heird sollte meines Erachtens die Wichtigkeit des Rassetyps in der Zucht herausstellen, und insofern kann man ihn nur unterstreichen. Die Kommentare dazu scheinen aufzuzeigen, dass dies bei manchen Lesern nicht herüberkam, die nur ihren Problemen mit den heutigen Halter-Pferden Ausdruck verschaffen wollten (oder aber die Halter-Pferde zu blauäugig sehen, wie in dem Kommentar von Ed Lawrence).

Das unreitbare Halter-Pferd ist in der Tat ein Übel, wie Alice Meronek es sagt, aber der Artikel von Heird sagt nirgendwo, dass Halter-Pferde unreitbar sein sollen. Und ansonsten hat man das Gefühl, dass sie vielleicht lieber Vollblüter halten sollte… Außerdem sind auch die schwersten Halter-Pferde in keinster Weise als Kaltblüter oder als kaltbluthaft oder zugpferdehaft zu bezeichnen. Von einem Kaltbluttyp sind sie so weit entfernt wie ein Dobermann von einem Rottweiler.

Man sollte dem Heird-Artikel das Positive entnehmen, was er ausdrücken will: Das es für die Zucht wichtig ist, den Rassetyp zu erhalten. Zugleich stellt er etwas Wesentliches fest: dass der Rassetyp nicht leicht definiert werden kann in einer Rassebeschreibung, dass es letztlich auf das Auge des Experten ankommt. „An eye for a horse“, sagen die Engländer, und wer das Auge dafür nicht hat, wird trotz der besten Beschreibung den Typ nur unzulänglich bewerten können.