Eingestellt im August 2011

GERMANY'S FINEST RIDER

Das neue Event am 22. Oktober – anders als alle anderen, mit dem Fokus allein auf Harmonie, Horsemanship und Finesse

WESTERN HORSE hat sich entschlossen, dem Turniergeschehen von heute etwas entgegenzusetzen, das die reiterlichen Idealen fördern soll.

 

Neben der Entwicklung zu immer beeindruckenderen Höchstleistungen, der zweifellos beobachtet werden kann, gibt es andererseits einen Trend, dass sich immer mehr ehemals begeisterte Westernreiter abwenden vom beständigen Höher-Schneller-Weiter der Turnierszene, in erster Linie wegen der Perversitäten, die damit oft einhergehen, und wegen der brutalen Rücksichtslosigkeit, mit der man das Pferd oft dem sportlichen Ehrgeiz unterordnet.  Was auf den Abreiteplätzen vielfach zu beobachten ist, kann kein wirklicher Pferdeliebhaber gutheißen. Der Turniersport bringt Spezialisten hervor, die ihre Pferde auf ganz begrenzte Dinge abrichten, wozu ihnen nicht selten jedes Mittel recht ist. Das hat mehr mit Abrichten als mit eigentlichem Reiten zu tun – mit gutem, mit feinem Reiten hat es sicher gar nichts zu tun. 

Nur ein geringer Prozentsatz der Reiter und auch der Westernreiter startet überhaupt auf Turnieren. Ein deutlich höherer Prozentsatz besucht Turniere als Zuschauer, der aber noch eine Minderheit darstellt. Dass WESTERN HORSE trotzdem viel über das Turniergeschehen berichtet, ist in erster Linie darin begründet, dass eben doch viele daran interessiert sind, auch wenn sie nicht selbst auf Turnieren starten.

Unlängst schrieb eine Leserin: „Sobald Wettbewerb im Spiel ist, wird es eh immer nur „unschön“. Sie wollte damit sicher sagen, dass Reiten in seiner eigentlichen, besten Form nicht vereinbar ist mit dem menschlichen Ehrgeiz, der zwangsläufig zutage tritt, wenn es um einen Wettstreit geht.

Aber muss das so sein? Gibt es eine Möglichkeit, das Reiten in seiner besten Form zu fördern in einem Event, dass all denen Freude bereiten kann, denen es in erster Linie um feine Hilfengebung, Losgelassenheit und Harmonie geht?

Unsere Idee:Wir wollen ein Event machen, das wir „Germany’s Finest Rider“ getauft haben. Der Schwerpunkt ist nicht der rasanteste Spin, der gewaltigste Stop, der schnellste Galoppzirkel, sondern die feinste, harmonischste Vorstellung soll gewinnen, das Pferd, das happy erscheint, das auf unsichtbare Hilfen reagiert.

Zugegeben, das ist jetzt doch wieder ein Wettbewerb. Aber er findet unter ganz anderen Vorzeichen statt, mit anderer Zielsetzung und unter anderen Voraussetzungen.

 

- Jeder Starter reitet eine Kür, die den Ausbildungsstand seines Pferdes demonstriert, die zeigt, wie gut sein Pferd reagiert, wie gut es sich bewegt, wie durchlässig und geschmeidig es ist. Diese Kür kann nach Gutdünken zusammengestellt werden, muss aber von folgenden 14 Manövern bzw. Lektionen wenigstens sieben enthalten. Welche sieben, bleibt dem Starter überlassen:

 

1. Große schnelle und kleine langsame Galoppzirkel

2. Fliegende Galoppwechsel auf jeder Hand

3. Angaloppieren aus dem Stand

4. Spins in beide Richtungen

5. Galopp-Pirouetten in beide Richtungen

6. Schritt-Traversalen in beide Richtungen

7. Trab-Traversalen in beide Richtungen

8. Galopp-Traversalen in beide Richtungen

9. Traversal-Diagonalen in beide Richtungen

10. Parade aus dem Galopp in den Trab

11. Sliding Stop

12. Rollbacks in beide Richtungen

13. Back up

14. Deutliche Tempounterschiede im Trab

 

Bewertet wird, inwieweit die Kür vollendet präsentiert wird. Natürlich kann der Schwierigkeitsgrad einer Vorstellung nicht unberücksichtigt bleiben, aber wer auf Schwierigkeitsgrad setzt und hier oder da hinlangen muss oder bei seinem Pferd Widerstreben oder Unmutserscheinungen hervorruft oder wessen Darbietung unharmonisch erscheint, der wird schlechter bewertet als einer, der die Leistungsfähigkeit bzw. den Ausbildungsstand seines Pferdes richtig einschätzt und ihm nicht mehr abverlangt, als es mit unsichtbaren Hilfen komfortabel und freudig ausführt. Es wird nicht nur das Pferd bewertet, sondern ähnlich einer Horsemanship auch der Reiter, sein Sitz und seine Einwirkungen – eine unsichtbare Hilfengebung ist also das Ideal, ganz dem klassischen Reiten entsprechend.

 

- Die Abreitephase wird mit bewertet. Das Abreiten findet in der Arena vor dem Publikum und den Richtern statt, und wer da unangenehm auffällt, bringt sich ins Minus, bevor er richtig angefangen hat. Wer sehr unangenehm auffällt, wird disqualifiziert.

 

- Ausrüstung: Dreijährige Pferde:Hackamore oder Snaffle Bit; vierjährige Pferde: Hackamore, Snaffle Bit oder Two-Rein;fünfjährige Pferde:Two-Rein oder Bit;sechsjährige und ältere Pferde: Bit. Romal Reins nur mit Ketten, Spade Bits und Halfbreed Bits nur mit Romal Reins, andere Bits nur mit Split Reins. Hilfszügel und Mouth Shutter nicht erlaubt. Leg Boots optional.

 

- Der Sieger gewinnt einen Trophy-Sattel.

 

- Das Publikum wird in die Bewertung mit einbezogen. Bei den drei Besten von den Richtern plazierten soll es einen Applaus-Check geben, der den Ausschlag gibt, wenn die Bewertungen durch die Richter eng beieinanderliegen sollten.

Das Richter-Team setzt sich zusammen aus einem Westernreiter – Hardy Oelke – und einem aus der Klassischen Dressur: Dafür konnte die renommierte Klassisch-Dressurreiterin Anja Beran gewonnen werden, die bekannt ist für ihr feines Reiten und für ihren idealistischen Einsatz für die wahren Werte der Klassischen Dressur – im Gegensatz zur modernen Sportdressur. Anja Beran ist Verfasserin der Bücher „Aus Respekt!“und „Die feine Dressur“; sie hat auf dem Gut Rosenhof im bayerischen Rudratsried ihr Domizil,  wo sie auch die Anja-Beran-Stiftung zur Förderung der Klassischen Dressur leitet.

 

Dieses von WESTERN HORSE  gesponserte Event findet am 22. Oktober auf der Anlage des Reiterhofs Hegemann statt. Die Anlage liegt recht zentral und vor allem sehr verkehrsgünstig,

direkt an der A45 (Abfahrt Lüdenscheid Nord).

 

 Der Wettbewerb ist offen für alle Rassen.

 

Der Eintritt ist frei! Es werden Reiter von überall aus Deutschland erwartet. WESTERN HORSE würde sich freuen, Sie als Teilnehmer oder Zuschauer begrüßen zu dürfen!