Eingestellt im Oktober 2011

ONLINE-PETITION „MELDE UND- BEKÄMPFUNGSPFLICHT DES HOCHGIFTIGEN JAKOBSKREUZKRAUTS“

In der Pferdehaltung geht die Weidesaison dem Ende zu und die Fütterung mit Heu hat angefangen. Die größte Sorge vieler Pferdebesitzer ist daher zur Zeit, ob ihr Pferd Heu ohne chronisch krank machende Giftpflanzen vorgelegt bekommt. Im trockenen Jahr 2011 hat sich das Jakobskreuzkraut enorm ausgebreitet und wurde damit zu der meist verbreiteten und somit gefährlichsten Giftpflanze für Tierhalter. Regional unterschiedlich hat man es an jedem Straßenrand und auf vielen Wiesen und Weiden als gelb blühende Pflanze sehen können. Jakobskreuzkraut ist die Giftpflanze, an der die meisten Pferde in Deutschland sterben, auch wenn es oft nicht festgestellt wird. Die Vergiftung ist seit fast 100 Jahren als Seneziose oder „Schweinsberger Krankheit“ in der Veterinärmedizin bekannt. Durch die in allen Pflanzenteilen enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide werden Hepatosen (Schädigungen von Leberzellen) ausgelöst. Ein Pferd mit 600 kg Gewicht stirbt nach der Aufnahme von etwa 7 kg getrockneter Jakobskreuzkrautpflanzen. Bei einer üblichen Ration von täglich 8 kg Heu genügt ein Anteil von nur 0,25 % der Giftpflanze, damit das Pferd nach einem Jahr qualvoll stirbt.

Ein Pferdebesitzer aus Bonn hat die öffentliche Petition „Melde- und Bekämpfungs-pflicht des hochgiftigen Jakobskreuzkrauts“ gestartet. Jakobskreuzkraut und verwandte Arten stellen aber nicht nur für Pferde, Rinder, Ziegen, Schafe, Kaninchen, Meerschweinchen und verschiedene Zootiere eine große Gefahr dar, sondern auch für den Menschen. Bienen nehmen Pollen der giftigen Pflanze auf, so dass die giftigen Inhaltsstoffe, Pyrrolizidinalkaloide, auch in manchen Honigen zu finden sind. In Deutschland gibt es hierzu erst nur Empfehlungen, dass Honig untersucht werden soll. Ein Teil soll auch in die Milch übergehen, wozu aber noch weitere Forschungen notwendig sind. Jetzt schon befürwortet ein schweizerischer  Milchbauernverband die Bekämpfung der Kreuzkräuter, da das Image ihrer Milch dadurch extrem gefährdet wäre.

Pferde- und andere Tierhalter sitzen mit den Landwirten in einem Boot. Denn die immer stärker werdende Ausbreitung geht vor allem von Straßenrändern aus. Private Tierhalter benötigen die Landwirte für die Produktion guten und sicheren Futters. Die Landwirte machen einen erheblichen Umsatz mit den Besitzern von rund 550.000 Pferden in Deutschland.

Die Landwirtschaftsverwaltungen (http://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/ackerbau/gruenland/jakobskreuzkraut.htm) informieren nachdrücklich vor den Gefahren. Aber es scheint keine praktischen Folgen zu haben. Die Verbreitung des Jakobskreuzkrauts wird nicht aufgehalten.

Es gibt wie immer auch Gegenstimmen. So hält der NABU die Angst vor der Giftpflanze für überzogen. Pferdebesitzer und andere Tierhalter sind da anderer Meinung, wie die begleitende Diskussion zur Online-Petition zeigt.

Doch ein Erfolg, d.h. entsprechende Maßnahmen der zuständigen Stellen für die Pflege von Straßenrändern und Brachflächen, wird sich erst einstellen, wenn die Tierhalter und Landwirte von einer breiteren Öffentlichkeit unterstützt werden. Von den Pferdefreunden wird keine Ausrottung des Jakobskreuzkrauts gefordert, sondern nur die Verhinderung der Ausbreitung auf Wiesen und Weiden.