Eingestellt im Juni 2009
Readers React - Quarter in Deutschland, Unzufriedenheit unter den deutschen Quarter Horse-Züchtern (wh 4/09)
Sehr geehrter Herr Oelke,
hier möchte ich als langjähriger Leser Stellung beziehen, allerdings fällt es mir bei einem so langen Bericht schwer, mich kurz zu fassen, was fast unmöglich ist. Deshalb versuche ich einmal einen „Einstieg“:
„Jeder Pferdekenner weiß, dass ein Pferd körperliche Mängel durch das wettmachen kann, was es im Kopf hat…" – als Individuum sicherlich richtig, im Hinblick auf ein Zuchttier vollkommen falsch. Die Jahrhundertstute Halla hatte trotz bester Hengste nur durchschnittliche Fohlen, keines konnte im großen Sport erfolgreich sein (nachweisbar in den FN-Jahrbüchern). Die Aussage, Smart Little Lena und Hollywood Dun It wären bei der DQHA nicht gekört worden, halte ich für haltlos, die ja letztlich auch nicht zu belegen ist, also gehört sie in die Welt der Spekulation.
Sie sagen: „Jeder Pferdekenner erkennt ein Quarter Horse" – zuvor räumen Sie ein, dass es Quarter Horses mit weniger als 20 % Vollblutanteil gibt, die wie ein Halbblut aussehen; wie passen diese beiden Aussagen zusammen?
Ich selbst habe vielfältigste Quarter Horses, hier die vier aktuellen Beispiele: von Nics Peppy Train, Lil Dry Peppy, Boggies Blue Jac aber auch Radical Revolution, und alle Pferde wurden auf den Fohlenschauen korrekt und auch hoch bewertet. Die Aussage, Frau Meier Bidmon würde nur einen Pferdetyp bevorzugen, ist schlichtweg haltlos. Hier spricht doch eindeutig der Neid. Nur weil ihr Hengst Aint It The Blues zur Zeit erfolgreich ist – und wo waren die Neider bei ihren früheren Hengsten?
Ein Zuchthengst, also ein Vatertier, das enormen Einfluss auf die Population nehmen kann, muss für mich in allen Bewertungsbereichen weit über dem Durchschnitt liegen, sonst stellt er keine Bereicherung als Vatertier dar; vielleicht ist er ein tolles Individuum, aber deshalb braucht er zwangsweise kein guter Vererber zu sein. Hengste haben wir genug!
Sicherlich stimmen Sie mir zu, das Züchten nicht nur Bewahren, sondern auch Ausmerzen und Verbessern beinhalten sollte, und für mich wäre auch der folgende Gesichtspunkt äußerst wichtig: dass der Gen Pool so weit gefächert sein sollte wie möglich. Ich möchte nicht zunehmend von Pferden heimgesucht werden, die irgendwelche Gendefekte domminant oder rezessiv weitervererben. Gerade deshalb gibt es nicht „das Quarter Horse“, sondern vielfältige Schattierungen.
Ich persönlich glaube, dass Sie einigen Personen aufgesessen sind, die irgend einen Hengst nicht gekört bekommen haben oder mit Fohlenbewertungen nicht einverstanden waren und das so darstellen, dass das nur bei der DQHA vorkommen soll, halte ich für naiv.
„Von einer DQHA-Zuchtkommission muss man erwarten können, dass ihre Mitglieder das Auge für den Rassetyp haben – und vor allem auch, dass sie ihn schätzen.“
Sie können versichert sein, dass dies tatsächlich der Fall ist. Schauen Sie sich doch einfach nur die Hengste an, die gekört worden sind im Laufe der Zeit, das sagt mehr als Worte. Mein Roddy von Radical Revolution wäre Ihnen sehr böse, wenn Sie ihn nicht als rassetypisch bezeichnen würden, und ich Ihnen natürlich auch. Deshalb wäre ich mit solchen weitreichenden Ausagen sehr vorsichtig. Dann würde ich Ihnen lieber raten, die schwarzen Schafe erst mal bei den Paints auszumerzen, dann können wir wieder über rassespezifisch sprechen.
Diesen Artikel fand ich wirklich nicht sachlich, sondern teilweise polemisch und machmal falsch. Ich hoffe nur, dass es Ihnen persönlich um die Sache ging und nicht irgend welche niederen Beweggründe im Vordergrund standen.
Heinrich Wagner, Weil der Stadt
Antwort:
Wir haben zu dem Artikel viele Reaktionen bekommen, die meisten positiv. Selten haben mich so viele Leser auf einen Artikel direkt angesprochen und sich dafür bedankt! Die meisten positiven Reaktionen waren allerdings mündlich und können darum hier nicht abgedruckt werden. Auf dem Osterturnier in Kreuth und dem anschließenden Bavarian Springs Classic kamen Leute auf mich zu und bedankten sich für den Artikel, die ich z. T. nicht persönlich kannte. Wie gewöhnlich, haben die negativ Berührten eher die Motivation gehabt, sich schriftlich zu melden. Der obige Leserbrief versucht aber, sachlich zu sein, und soll daher hier veröffentlicht werden, nicht zuletzt deshalb, weil er der informativen Diskussion dienen kann.
Dazu wäre im einzelnen folgendes zu sagen: Dass nicht jedes überragende Leistungstier auch ein überragendes Zuchttier sein muss, ist jedem hinlänglich bekannt, und das wurde in dem Artikel auch nicht behauptet. Dass Halla keine Karriere als Zuchtstute gemacht hat, ist darum zwar richtig, entkräftet aber nicht das im Artikel Gesagte, denn dabei ging es darum, dass umgekehrt ein korrektes Gebäude
- keinen guten Vererber ausmacht,
- keinen guten Rassetyp ausmacht,
- dass überragende Vererber kaum je vorbildlich im Exterieur waren,
- dass der Rassetyp der „Garant“ für rassespezifische Eignung und Fähigkeiten ist
- und dass der Rassetyp bei den DQHA-Zuchtschauen zu kurz gekommen ist.
Die Aussage, Smart Little Lena und Hollywood Dun It wären bei der DQHA nicht gekört worden, halte ich aufrecht und ist keine Spekulation, da dies anhand von genug Beispielen dokumentiert werden kann. Es handelt sich aber in jedem Fall um überragende Leistungspferde, die – im Gegensatz zu Halla – auch überragende Vererber waren. Genug weitere ließen sich anführen.
Aber Halla ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig der Rassetyp ist. Sie war eine Zufallskreuzung, hatte Traberblut. Sie war kein Produkt einer auf Springen durchgezüchteten Linie, sondern ein Zufallsprodukt, das vom Schlachter gerettet und von einem großartigen Reiter zu großartigen Erfolgen geführt werden konnte. Solche Zufalls-produkte und Gebrauchskreu-zungen gibt es immer wieder, aber sie vererben eben normalerweise ihre Eigenschaften nicht zuverlässig.
<<Sie sagen: „Jeder Pferdekenner erkennt ein Quarter Horse“ – zuvor räumen Sie ein, dass es Quarter Horses mit weniger als 20 % Vollblutanteil gibt, die wie ein Halbblut aussehen; wie passen diese beiden Aussagen zusammen?>>
Da kann ich überhaupt keinen Widerspruch erkennen…
Der Sinn der Anführung der Pferde von Nics Peppy Train, Lil Dry Peppy, Boggies Blue Jac und Radical Revolution bleibt mir auch unklar, ebenso, inwieweit eine gute Bewertung notwendigerweise im Gegensatz stehen soll zu meinem Artikel.
Die Aussage, dass Gesa Meier Bidmon einen Pferdetyp bevorzugt, ist nicht haltlos, und dies wird bei weitem nicht nur von mir so gesehen und wurde nicht zuletzt durch die veröffentlichte Statistik untermauert.
Warum dabei „eindeutig der Neid“ sprechen soll, ist mir ebenfalls unerklärlich. Es ging vielmehr darum, dass für eine einseitige Verschiebung des Rassetyps in Richtung Halbbluttyp keine Legitimierung vorliegt; es ging darum, dass laut DQHA-Satzung der Zuchtleiter nicht bestimmen, sondern nur beratend tätig sein soll und dass ein aktives Promoten eines eigenen Hengstes seitens des Zuchtleiters moralisch-politisch fragwürdig ist – für die meisten untragbar ist.
Natürlich sollte der Gen Pool möglichst groß sein, aber das steht nicht im Widerspruch zu dem Artikel, sondern ist im Gegenteil Wasser auf meine Mühle: Eben darum ist es nicht gut, wenn in erster Linie Pleasure/
Hunter-Linien bevorzugt werden. Und wie in aller Welt kann man aus diesem Artikel ableiten, dass er Gedanken vertritt, die einer zunehmenden Heimsuchung von Gen-Defekten Vorschub leisten würden?!
Es wurde auch nie behauptet, dass es nur bei der DQHA Miss-stände geben würde. Aber dass ein Zuchtleiter seinen eigenen Hengst pusht in eben jener Zucht, deren Leiter er ist, dürfte schon einmalig sein.
<<„Von einer DQHA-Zuchtkommission muss man erwarten können, dass ihre Mitglieder das Auge für den Rassetyp haben – und vor allem auch, dass sie ihn schätzen.“ Sie können versichert sein, dass dies tatsächlich der Fall ist. Schauen Sie sich doch einfach nur die Hengste an, die gekört worden sind im Laufe der Zeit.>>
Genau das habe ich getan. Und ich habe auch direkt Eindrücke auf einer Körung gesammelt. Und genau darum habe ich den Artikel geschrieben. Geben Sie mir doch bitte so viel Kredit, dass Sie nicht annehmen, ich würde einen so „heißen“ Artikel schreiben, nur weil mir ein paar enttäuschte Hengst- oder Fohlenhalter in den Ohren gelegen haben!
Ihren Roddy von Radical Revolution kenne ich nicht; falls ich ihn nicht als guten Rassetyp sehen würde, müsste ich halt damit leben, dass er mir „sehr böse ist“. Das tut doch nichts zur Sache.
Es tut ebenfalls nichts zur Sache, hier von „schwarzen Schafen bei den Paints“ zu sprechen. Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Und dazu, ohne irgend jemanden zu erwähnen! Einfach eine Pauschalbeschuldigung… Bei den Paints gibt es jedenfalls eine Zuchtleiterin, die selbst nicht aktiv züchtet und neutral ist, die darüber hinaus auch nicht bestimmt, sondern mit der die Mitglieder der Zuchtkommissionen auf Augenhöhe diskutieren.
Ansonsten muss ich mich vermutlich bedanken, dass diese Leserzuschrift zumindest die Möglichkeit offen lässt, dass es mir „um die Sache ging und nicht niedere Beweggründe im Vordergrund standen“.
Hardy Oelke
I Den Bericht finde ich super gut! Ich denke, daß 95 % der Quarter Horse Fans eben ECHTE Quarter Horses wollen!
Wie heißt denn das Pferd (Hengst?) von der Titelseite?
Georg Behr, Epfendorf
Anm.:
Der Hengst auf den Titel der April-Ausgabe ist Peppy San Winner von Wendelin Herger
I Ich möchte mich bei Ihnen und Ihrem Verlag bedanken. Ich finde es toll, dass Sie nicht davor zurückschrecken, auch kritische Artikel zu veröffentlichen, und dass Sie nicht nur den „Einheits-brei“ anbieten, der sich kritiklos überall durchschlängelt, wie bei vielen anderen Zeitungen leider viel zu häufig der Fall. Mir ist sehr viel positive Resonanz auf die letzte Ausgabe und deren Artikel zugetragen worden.
Judith Junker, Triple J Farm
I Obwohl ich seit zwanzig Jahren Quarter Horses reite und DQHA-Mitglied bin, gehen mir persönlich die Streitigkeiten, Ärgernisse, Schiebereien und andere mafiöse Machenschaften zwischen und innerhalb der Verbände und Vereine absolut den Buckel runter. Gott sei Dank, habe ich mich aus diesen rechtzeitig abgeseilt und kann ungestört und unbeeinflusst meiner „Quarter Horse-Liebe“ nachgehen. Andererseits, da ich noch nie an einem Turnier teilgenommen habe, bin ich ja auch kein „richtiger“ Westernreiter. Trotzdem finde ich es sehr spannend, zu erfahren, was sich da so hinter den deutschen Körungskulissen abspielt. Bei den beschriebenen Gegebenheiten kann ich mir sehr wohl vorstellen, dass so mancher Züchter extrem frustriert ist. Trotzdem sollten sich die wirklichen Quarter Horse-Züchter nicht beirren lassen und weiter „das Quarter Horse“ züchten. Die Geschichte hat uns schon oft bewiesen, dass dies letztendlich erfolgreich ist.
Es treibt mir schon fast Freudentränen in die Augen, wenn ich irgendwo auf einer Koppel ein „echtes“ Quarter Horse entdecke. Eins, dass man schon aus der Ferne als solches erkennt. Keines von denen, die kaum größer sind als ein Schäferhund, auch keines auf ewig langen Storchenbeinen und der Breite einer Zaunlatte – nein, einen richtigen Quarter-Brocken! Es wäre äußerst schade, wenn man diese Typen in Deutschland zukünftig nur noch bei den nicht schleifen-und pokalgeilen Hobbyzüchtern im Hinterwald finden würde. Es wäre schade für die echten Quarter-Freunde und schade für das Quarter Horse selbst.
Es freut mich, dass es immer wieder jemanden gibt, der sicht traut, öffentlich auf Miss-stände aufmerksam zu machen.
H. Oelke sei Dank … wie schon oft.
Bernhard Schikora Ludwigstadt
hier möchte ich als langjähriger Leser Stellung beziehen, allerdings fällt es mir bei einem so langen Bericht schwer, mich kurz zu fassen, was fast unmöglich ist. Deshalb versuche ich einmal einen „Einstieg“:
„Jeder Pferdekenner weiß, dass ein Pferd körperliche Mängel durch das wettmachen kann, was es im Kopf hat…" – als Individuum sicherlich richtig, im Hinblick auf ein Zuchttier vollkommen falsch. Die Jahrhundertstute Halla hatte trotz bester Hengste nur durchschnittliche Fohlen, keines konnte im großen Sport erfolgreich sein (nachweisbar in den FN-Jahrbüchern). Die Aussage, Smart Little Lena und Hollywood Dun It wären bei der DQHA nicht gekört worden, halte ich für haltlos, die ja letztlich auch nicht zu belegen ist, also gehört sie in die Welt der Spekulation.
Sie sagen: „Jeder Pferdekenner erkennt ein Quarter Horse" – zuvor räumen Sie ein, dass es Quarter Horses mit weniger als 20 % Vollblutanteil gibt, die wie ein Halbblut aussehen; wie passen diese beiden Aussagen zusammen?
Ich selbst habe vielfältigste Quarter Horses, hier die vier aktuellen Beispiele: von Nics Peppy Train, Lil Dry Peppy, Boggies Blue Jac aber auch Radical Revolution, und alle Pferde wurden auf den Fohlenschauen korrekt und auch hoch bewertet. Die Aussage, Frau Meier Bidmon würde nur einen Pferdetyp bevorzugen, ist schlichtweg haltlos. Hier spricht doch eindeutig der Neid. Nur weil ihr Hengst Aint It The Blues zur Zeit erfolgreich ist – und wo waren die Neider bei ihren früheren Hengsten?
Ein Zuchthengst, also ein Vatertier, das enormen Einfluss auf die Population nehmen kann, muss für mich in allen Bewertungsbereichen weit über dem Durchschnitt liegen, sonst stellt er keine Bereicherung als Vatertier dar; vielleicht ist er ein tolles Individuum, aber deshalb braucht er zwangsweise kein guter Vererber zu sein. Hengste haben wir genug!
Sicherlich stimmen Sie mir zu, das Züchten nicht nur Bewahren, sondern auch Ausmerzen und Verbessern beinhalten sollte, und für mich wäre auch der folgende Gesichtspunkt äußerst wichtig: dass der Gen Pool so weit gefächert sein sollte wie möglich. Ich möchte nicht zunehmend von Pferden heimgesucht werden, die irgendwelche Gendefekte domminant oder rezessiv weitervererben. Gerade deshalb gibt es nicht „das Quarter Horse“, sondern vielfältige Schattierungen.
Ich persönlich glaube, dass Sie einigen Personen aufgesessen sind, die irgend einen Hengst nicht gekört bekommen haben oder mit Fohlenbewertungen nicht einverstanden waren und das so darstellen, dass das nur bei der DQHA vorkommen soll, halte ich für naiv.
„Von einer DQHA-Zuchtkommission muss man erwarten können, dass ihre Mitglieder das Auge für den Rassetyp haben – und vor allem auch, dass sie ihn schätzen.“
Sie können versichert sein, dass dies tatsächlich der Fall ist. Schauen Sie sich doch einfach nur die Hengste an, die gekört worden sind im Laufe der Zeit, das sagt mehr als Worte. Mein Roddy von Radical Revolution wäre Ihnen sehr böse, wenn Sie ihn nicht als rassetypisch bezeichnen würden, und ich Ihnen natürlich auch. Deshalb wäre ich mit solchen weitreichenden Ausagen sehr vorsichtig. Dann würde ich Ihnen lieber raten, die schwarzen Schafe erst mal bei den Paints auszumerzen, dann können wir wieder über rassespezifisch sprechen.
Diesen Artikel fand ich wirklich nicht sachlich, sondern teilweise polemisch und machmal falsch. Ich hoffe nur, dass es Ihnen persönlich um die Sache ging und nicht irgend welche niederen Beweggründe im Vordergrund standen.
Heinrich Wagner, Weil der Stadt
Antwort:
Wir haben zu dem Artikel viele Reaktionen bekommen, die meisten positiv. Selten haben mich so viele Leser auf einen Artikel direkt angesprochen und sich dafür bedankt! Die meisten positiven Reaktionen waren allerdings mündlich und können darum hier nicht abgedruckt werden. Auf dem Osterturnier in Kreuth und dem anschließenden Bavarian Springs Classic kamen Leute auf mich zu und bedankten sich für den Artikel, die ich z. T. nicht persönlich kannte. Wie gewöhnlich, haben die negativ Berührten eher die Motivation gehabt, sich schriftlich zu melden. Der obige Leserbrief versucht aber, sachlich zu sein, und soll daher hier veröffentlicht werden, nicht zuletzt deshalb, weil er der informativen Diskussion dienen kann.
Dazu wäre im einzelnen folgendes zu sagen: Dass nicht jedes überragende Leistungstier auch ein überragendes Zuchttier sein muss, ist jedem hinlänglich bekannt, und das wurde in dem Artikel auch nicht behauptet. Dass Halla keine Karriere als Zuchtstute gemacht hat, ist darum zwar richtig, entkräftet aber nicht das im Artikel Gesagte, denn dabei ging es darum, dass umgekehrt ein korrektes Gebäude
- keinen guten Vererber ausmacht,
- keinen guten Rassetyp ausmacht,
- dass überragende Vererber kaum je vorbildlich im Exterieur waren,
- dass der Rassetyp der „Garant“ für rassespezifische Eignung und Fähigkeiten ist
- und dass der Rassetyp bei den DQHA-Zuchtschauen zu kurz gekommen ist.
Die Aussage, Smart Little Lena und Hollywood Dun It wären bei der DQHA nicht gekört worden, halte ich aufrecht und ist keine Spekulation, da dies anhand von genug Beispielen dokumentiert werden kann. Es handelt sich aber in jedem Fall um überragende Leistungspferde, die – im Gegensatz zu Halla – auch überragende Vererber waren. Genug weitere ließen sich anführen.
Aber Halla ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig der Rassetyp ist. Sie war eine Zufallskreuzung, hatte Traberblut. Sie war kein Produkt einer auf Springen durchgezüchteten Linie, sondern ein Zufallsprodukt, das vom Schlachter gerettet und von einem großartigen Reiter zu großartigen Erfolgen geführt werden konnte. Solche Zufalls-produkte und Gebrauchskreu-zungen gibt es immer wieder, aber sie vererben eben normalerweise ihre Eigenschaften nicht zuverlässig.
<<Sie sagen: „Jeder Pferdekenner erkennt ein Quarter Horse“ – zuvor räumen Sie ein, dass es Quarter Horses mit weniger als 20 % Vollblutanteil gibt, die wie ein Halbblut aussehen; wie passen diese beiden Aussagen zusammen?>>
Da kann ich überhaupt keinen Widerspruch erkennen…
Der Sinn der Anführung der Pferde von Nics Peppy Train, Lil Dry Peppy, Boggies Blue Jac und Radical Revolution bleibt mir auch unklar, ebenso, inwieweit eine gute Bewertung notwendigerweise im Gegensatz stehen soll zu meinem Artikel.
Die Aussage, dass Gesa Meier Bidmon einen Pferdetyp bevorzugt, ist nicht haltlos, und dies wird bei weitem nicht nur von mir so gesehen und wurde nicht zuletzt durch die veröffentlichte Statistik untermauert.
Warum dabei „eindeutig der Neid“ sprechen soll, ist mir ebenfalls unerklärlich. Es ging vielmehr darum, dass für eine einseitige Verschiebung des Rassetyps in Richtung Halbbluttyp keine Legitimierung vorliegt; es ging darum, dass laut DQHA-Satzung der Zuchtleiter nicht bestimmen, sondern nur beratend tätig sein soll und dass ein aktives Promoten eines eigenen Hengstes seitens des Zuchtleiters moralisch-politisch fragwürdig ist – für die meisten untragbar ist.
Natürlich sollte der Gen Pool möglichst groß sein, aber das steht nicht im Widerspruch zu dem Artikel, sondern ist im Gegenteil Wasser auf meine Mühle: Eben darum ist es nicht gut, wenn in erster Linie Pleasure/
Hunter-Linien bevorzugt werden. Und wie in aller Welt kann man aus diesem Artikel ableiten, dass er Gedanken vertritt, die einer zunehmenden Heimsuchung von Gen-Defekten Vorschub leisten würden?!
Es wurde auch nie behauptet, dass es nur bei der DQHA Miss-stände geben würde. Aber dass ein Zuchtleiter seinen eigenen Hengst pusht in eben jener Zucht, deren Leiter er ist, dürfte schon einmalig sein.
<<„Von einer DQHA-Zuchtkommission muss man erwarten können, dass ihre Mitglieder das Auge für den Rassetyp haben – und vor allem auch, dass sie ihn schätzen.“ Sie können versichert sein, dass dies tatsächlich der Fall ist. Schauen Sie sich doch einfach nur die Hengste an, die gekört worden sind im Laufe der Zeit.>>
Genau das habe ich getan. Und ich habe auch direkt Eindrücke auf einer Körung gesammelt. Und genau darum habe ich den Artikel geschrieben. Geben Sie mir doch bitte so viel Kredit, dass Sie nicht annehmen, ich würde einen so „heißen“ Artikel schreiben, nur weil mir ein paar enttäuschte Hengst- oder Fohlenhalter in den Ohren gelegen haben!
Ihren Roddy von Radical Revolution kenne ich nicht; falls ich ihn nicht als guten Rassetyp sehen würde, müsste ich halt damit leben, dass er mir „sehr böse ist“. Das tut doch nichts zur Sache.
Es tut ebenfalls nichts zur Sache, hier von „schwarzen Schafen bei den Paints“ zu sprechen. Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Und dazu, ohne irgend jemanden zu erwähnen! Einfach eine Pauschalbeschuldigung… Bei den Paints gibt es jedenfalls eine Zuchtleiterin, die selbst nicht aktiv züchtet und neutral ist, die darüber hinaus auch nicht bestimmt, sondern mit der die Mitglieder der Zuchtkommissionen auf Augenhöhe diskutieren.
Ansonsten muss ich mich vermutlich bedanken, dass diese Leserzuschrift zumindest die Möglichkeit offen lässt, dass es mir „um die Sache ging und nicht niedere Beweggründe im Vordergrund standen“.
Hardy Oelke
I Den Bericht finde ich super gut! Ich denke, daß 95 % der Quarter Horse Fans eben ECHTE Quarter Horses wollen!
Wie heißt denn das Pferd (Hengst?) von der Titelseite?
Georg Behr, Epfendorf
Anm.:
Der Hengst auf den Titel der April-Ausgabe ist Peppy San Winner von Wendelin Herger
I Ich möchte mich bei Ihnen und Ihrem Verlag bedanken. Ich finde es toll, dass Sie nicht davor zurückschrecken, auch kritische Artikel zu veröffentlichen, und dass Sie nicht nur den „Einheits-brei“ anbieten, der sich kritiklos überall durchschlängelt, wie bei vielen anderen Zeitungen leider viel zu häufig der Fall. Mir ist sehr viel positive Resonanz auf die letzte Ausgabe und deren Artikel zugetragen worden.
Judith Junker, Triple J Farm
I Obwohl ich seit zwanzig Jahren Quarter Horses reite und DQHA-Mitglied bin, gehen mir persönlich die Streitigkeiten, Ärgernisse, Schiebereien und andere mafiöse Machenschaften zwischen und innerhalb der Verbände und Vereine absolut den Buckel runter. Gott sei Dank, habe ich mich aus diesen rechtzeitig abgeseilt und kann ungestört und unbeeinflusst meiner „Quarter Horse-Liebe“ nachgehen. Andererseits, da ich noch nie an einem Turnier teilgenommen habe, bin ich ja auch kein „richtiger“ Westernreiter. Trotzdem finde ich es sehr spannend, zu erfahren, was sich da so hinter den deutschen Körungskulissen abspielt. Bei den beschriebenen Gegebenheiten kann ich mir sehr wohl vorstellen, dass so mancher Züchter extrem frustriert ist. Trotzdem sollten sich die wirklichen Quarter Horse-Züchter nicht beirren lassen und weiter „das Quarter Horse“ züchten. Die Geschichte hat uns schon oft bewiesen, dass dies letztendlich erfolgreich ist.
Es treibt mir schon fast Freudentränen in die Augen, wenn ich irgendwo auf einer Koppel ein „echtes“ Quarter Horse entdecke. Eins, dass man schon aus der Ferne als solches erkennt. Keines von denen, die kaum größer sind als ein Schäferhund, auch keines auf ewig langen Storchenbeinen und der Breite einer Zaunlatte – nein, einen richtigen Quarter-Brocken! Es wäre äußerst schade, wenn man diese Typen in Deutschland zukünftig nur noch bei den nicht schleifen-und pokalgeilen Hobbyzüchtern im Hinterwald finden würde. Es wäre schade für die echten Quarter-Freunde und schade für das Quarter Horse selbst.
Es freut mich, dass es immer wieder jemanden gibt, der sicht traut, öffentlich auf Miss-stände aufmerksam zu machen.
H. Oelke sei Dank … wie schon oft.
Bernhard Schikora Ludwigstadt



