Eingestellt im September 2011

WH 8, STRENGERE NRHA-REGELN BEI UNSPORTLICHKEIT UND RÜCKSICHTSLOSIGKEIT GEGENÜBER DEM PFERD

Mit großem Interesse habe ich den Bericht zur Regeländerung der NRHA Germany (neue, strengere Regeln bezüglich "unsportlichem" Verhalten oder Rücksichtslosigkeit gegenüber dem Pferd, UNSEREM PARTNER!) verfolgt. Als Ex-Sponsorenbeauftragter NRHA NRW spricht Kay Wienrich mir in seinem „Kays Corner“-Beitrag aus der Seele. Teilweise ist das „Abreiten" auch auf Regioturnieren in meinen Augen vollkommen inakzeptabel. Wenn wir unseren Sport positiv repäsentieren wollen (wir haben oft unerfahrenes Publikum und neue Sponsorern), gehören Reiter (auch Open-Reiter) mit der roten Karte bestraft, die z. B. mit einer Cola-Dose zur Siegerehrung kommen und als Vorbilder beim "Abreiten" fungieren sollten. Wie Kay schon sagte, hier ist ein Umdenken dringend erforderlich. Zumal ich oft genug beobachtet habe, das viele Non-Pros das unsportliche Reiten zu imitieren versuchen.

Ich würde noch einen Schritt weiter gehen und der Aufsichtsperson zur Beweisaufnahme eine Kamera in die Hand drücken.

Ich finde, die Neuregelung der NRHA Germany ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ich selber habe kompetenzüberschreitend nachts um 3.50 Uhr Reiter der Halle verwiesen, weil man sich das nicht mit anschauen konnte, das ein dreijähriges Pferd zwei Stunden lang nur gestoppt wurde.

Es mag sein, das viele Reiter aufgrund des­sen sehr „erfolgreich" sind, doch langfristig greift, glaube ich, der Spruch: „Und wen die Götter strafen wollen, dem erfüllen sie jeden Wunsch!

Markus Mamerow

 

Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion, sehr geehrter Herr Oelke,

seit Jahren muss ich mit wachsendem Entsetzen beobachten, dass dem vermeintlichen Erfolg jedes Mitgefühl und jede Achtung vor der Kreatur untergeordnet werden. Ständig sieht man Reiter, die ihre Pferde mit heftigen Zügelimpulsen an langen Shanks traktieren, als hätten sie nie von Hebelgesetzen und deren Wirkung gehört. Ergebnis: Aufgerollte Pferde, die hinter dem Zügel gehen aus Angst vor Schmerz. Pferde sperren bei solcher Behandlung das Maul auf und reißen den Kopf hoch.

Man muss aber in Ihrer Zeitung auch nicht lang nach schlechten Beispielen suchen.

Der Ausdruck auf den Gesichtern der Pfer­de sollte hier einmal wahrgenommen werden (z. B. Seite 41, Ausg. 8-11).

Der Mensch lernt durch Nachahmung von Vorbildern.  Wie man das „lästige“ Maulaufsperren verhindert, kann hier auf den Seiten 27 und 30 (ebenfalls August-Ausgabe 2011) abgeschaut werden, vorgeführt von Profis und abgedruckt von Ihnen.

Klar ist dann auch, worum es hier wirklich geht: Ums Geldmachen, ums Geschäft, den Erfolg (s. S. 27 „Das Trainingsgeschäft“). Nicht aber um die Pferde.

Bemühungen, den Eindruck von Turnierteilnehmern und deren Umgang mit dem Pferd für den Zuschauer zu verbessern, sind längst überfällig, aber das Vorbild, dass unsere Profis geben, ist viel wirkungsvoller als alle Regeln.

Worum geht es hier? Soll nur der Turnierauftritt publikums- und sponsorenwirksam werden, oder wollen wir darüber nachdenken, wie wir mit unseren Pferden umgehen, beim Turnier, beim Trainer und zuhause?

Wenn Sie sich trauen, solche Zustände offen zu legen, wird sich auch an den heimischen Ställen für die Pferde etwas verbessern.

Freundliche Grüße

Claudia Blauert

 

Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion,

wir freuen uns, in Ihrer August-Ausgabe auf S. 40 zu lesen, dass die NRHA „durchgreift“, nachdem sich ein „tierschutzrelevantes Vorkommnis“ ereignet hatte. Sie schreiben nicht, WAS sich da ereignete. Warum nicht?

Die NRHA gebe zu erkennen, freuen Sie sich, dass Tierschutz und Sportsgeist wichtig sind, zumal (oder vielleicht nur WEIL?) auch aufgrund ähnlicher „Vorfälle“ in der Vergangenheit kaum noch Reining Sponsoren zu finden seien. Ein Aufbruch in eine neue Ära also.

Leider nein, denn in derselben August- Ausgabe sind wie immer die üblichen Prominenten (und von daher die „Role Models“) abgebildet, wie sie ganz unbefangen krasse mechanische Hilfsmittel wie Kinnkette (S. 43), Mouth-Shutter (S. 27 und 30) verwenden, um nur einige wenige Beispiele zu nennen.

Was genau bezwecken Sie mit Ihrer Berichterstattung, die zum Teil auch noch obskure „Vorfälle“ unbeschrieben lässt?

Warum verschweigen Sie, was sich ereignet hat, obwohl es relevant war? Unterstützen Sie den Vorstoß der NRHA zu mehr Sportsgeist und tierschutzgerechterem Verhalten der (Turnier-) Reiter?

Wenn ja, warum bilden Sie dann ständig ab, in welch grober Weise bekannte Reiter ihre Pferde behandeln?

Was muss ein Newcomer in Ihrer Vereinigung und unter Ihren Lesern daraus ableiten?

In der Hoffnung auf eine lebhafte Diskussion sende ich Ihnen

freundliche Grüße, Hanns Blauert

Anm.:

Wir verschweigen, was sich ereignet hat, weil wir niemanden persönlich anprangern wollen, schon um nicht verklagt zu werden.

Unterstützen wir den Vorstoß der NRHA zu mehr Sportsgeist und tierschutzgerechtem Verhalten? Selbstverständlich! Sonst hätten wir ja den Artikel nicht gebracht.

In der Auswahl der Bilder versuchen wir, möglichst keine Negativbeispiele darzustellen – soweit diese nicht als solche be­wusst gebracht und kenntlich gemacht werden –, aber wenn es um Turnierberichte geht, richtet sich die Auswahl der Fotos natürlich nach anderen Kriterien, da kann man nicht irgendwen abbilden, der nicht placiert war, nur weil sein Pferd das Maul schön geschlossen hat… Und während das obere Stop-Foto auf Seite 41 in der Tat viel Zügelzug und aufgrund dessen ein offenes Maul zeigt, kann ich bei dem Stop-Bild darunter den Gesichtsausdruck des Pferdes nicht negativ interpretieren – er scheint mir eine dem Manöver angepasste Spannung zu zeigen, aber nicht mehr.

Es ist legitim und muss legitim bleiben, ein Trainingsgeschäft zu führen.

Wenn Sie den Gebrauch von Kinnketten generell ablehnen, ist das Ihr gutes Recht, aber ebenso lehne ich es ab, jeden als Tierquäler abzustempeln, nur weil er eine Kinnkette benutzt. Wenn Sie Kinnketten ablehnen, müssen Sie Curb Bits generell ablehnen – was ebenfalls jeder gern tun kann, es gibt aber genug Reiter, die mit einem Snaffle Bit mehr Unheil anrichten als manch ein anderer mit Curb Bit.

Auch ist der Gebrauch von Mouth Shuttern nicht per se abzulehnen. Wie bei jedem anderen Ausrüstungs- bzw. Zäumungsgegenstand auch, ist es immer der Reiter, der den Unterschied macht. Es sind allein die Einwirkungen des Reiters und dessen Trainingsprogramm und nicht Ausrüstungsgegenstände, die entscheiden über gutes und schlechtes Reiten.

H.O.